Die Augenübungen

Yoga für die Augen? Wer viel am Bildschirm arbeitet oder häufig eine Lupe oder ein Mikroskop benutzt, strengt die Augen an. Genauer gesagt die Muskulatur, die für die Akkomodation, die Scharfstellung, der Augenlinse benötigt werden und die kleinen Muskeln in unserer Augenhöhle, die die Augen in die jeweilige Blickrichtung bewegen. Wer denkt schon regelmäßig daran, auch diesen Muskeln etwas Entspannung zu verschaffen? Dabei können sie an der Entstehung von Nackenschmerzen und Kopfschmerzen, insbesondere von Schmerzen die hinter den Augen oder als Druck in den oder um die Augen empfunden werden, beteiligt sein. In einigen Veröffentlichungen wird den Augenübungen auch nachgesagt, Kurzsichtigkeit verhindern oder bessern zu können. Das ist jedoch schwer zu beurteilen, da nicht nur langfristige Anstrengung der Augenmuskeln sondern auch viele andere Faktoren zur Kurzsichtigkeit führen.

Die Augenübungen – Nähe und Ferne

Suche dir einen Platz mit ruhigem Hintergrund, der sich während der nächsten Minuten möglichst nicht verändert. Falls du deinen Schreibtisch nicht verlassen kannst, schalte den Bildschirm aus. Dann schließe die Augen entspannt für einige Atemzüge. Dann öffne die Augen wieder, strecke den rechten Arm nach vorne, mach eine Faust und lass den Daumen nach oben zeigen. Wähle den Abstand zwischen Gesicht und Daumen so, als ob du ein Buch lesen würdest. Dann konzentriere den Blick auf den Daumen. Bewege jetzt Langsam den Daumen vom Gesicht weg, bis der Arm ganz ausgestreckt ist. Bleibe für einen Moment in dieser Position. Dann bewege den Daumen langsam wieder auf die Nase zu, bis er so nahe vor der Nasenspitze ist, dass du ihn nicht mehr scharf sehen kannst. Auch hier bleibst du für einen kurzen Moment. Je nachdem, wie viel Zeit dir zur Verfügung steht, kannst du diesen Teil der Übung 5-10x wiederholen. Dann bringst du den Daumen wieder in eine angenehme Lese-Entfernung vor deine Nase.

Blick nach links und rechts

Von dort aus bewegst du den Arm langsam nach rechts, bis du den Daumen gerade noch im Augenwinkel sehen kannst, ohne den Kopf drehen zu müssen. Dann führst du die Hand langsam wieder vor die Nasenspitze und von dort so weit nach links, bis du den Daumen gerade noch im linken Augenwinkel sehen kannst. Wenn es für dich angenehmer ist, kannst du die Bewegung nach links mit dem linken Arm machen. Auch diesen Teil der Übung kannst du 5-10x je Seite wiederholen. Zwischen den Übungsteilen kannst du die Augen auch für einige Atemzüge schließen um noch mehr Entspannung zu erreichen.

Blick nach oben und unten

Dann bring den Daumen wieder in die Lese-Entfernung vor die Nasenspitze. Von Dort aus führst du die Hand so weit nach oben, wie du kannst, ohne den Kopf bewegen zu müssen. Es soll sich nur der Blick nach oben bewegen, nicht der ganze Kopf. Dann bewege den Daumen langsam wieder auf die Höhe deiner Nasenspitze und von dort weiter nach unten. Auch jetzt sollten sich nur die Augen bewegen, nicht der Nacken oder der ganze Kopf.

Um die Augenübungen zu beenden, schließe entspannt die Augen und atme einige Atemzüge tief in den Bauch ein und aus. Dann reibe deine Handflächen fest aneinander, bis sie sich warm anfühlen. Dann lege die warmen Handflächen auf die Augen. Das kannst du zum Abschluss der Augenübungen oder auch nach jeder einzelnen Übung machen Besonders entspannend ist es auch, wenn du nach dieser Übung ein mit Kräutern (besonders gut eignen sich z.B. Lavendel oder Kamille) gefülltes Augenkissen verwendest und noch einige Zeit damit in Savasana liegen bleibst. In der Tradition nach Swami Sivananda werden diese Übungen auch zum Beginn einer Yogastunde, direkt nach der Anfangsentspannung unterrichtet. Du kannst danach auch deine gewohnte Yogapraxis üben.

 

Viel Vergnügen bei Deiner Yogapraxis wünscht dir, Marion

4 Antworten auf „Die Augenübungen“

  1. Hallo Marion,

    von Augen-Yoga-Übungen habe ich noch nie etwas gehört – dementsprechend habe ich deinen Beitrag förmlich aufgesogen. Vielen Dank für die präzise Erläuterung der einzelnen Schritte. Ich gebe zu, dass ich die Übung gleich einmal ausprobiert habe 😀

    Aber sag: Wie oft sollte man die Übungen pro Tag machen? Reicht ein Mal pro Tag aus, oder sollte man es dann tun, wenn man es für nötig erachtet? Welche Empfehlungen kannst du mir da mit auf den Weg geben?

    LG
    Janine

    1. Liebe Janine!
      Wie oft du die Übungen machen solltest, hängt sicher hauptsächlich von deinen Bedürfnissen ab. Wer den ganzen Tag vor einem Bildschirm arbeitet oder liest oder bei schlechten Lichtverhältnissen arbeitet ist sicher gut beraten, die Übungen oft, am besten täglich zu machen. Genauso bei Nackenverspannungen.
      Ich selbst mache die Übungen aktuell nur ungefähr 1-2x/Woche weil ich im Moment die Bewegung in der Yogapraxis dringender brauche und die Zeit knapp ist.

      Liebe Grüße, Marion

    1. Das sind die Augen des Bodnath- Stupa in Kathmandu. Ein wirklich eindrucksvolles Gebäude. Leider ist das Bild nicht aus meinem eigenen Fundus sondern bei Shutterstock gekauft.

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