Aus der Wissenschaft: Yoga wirkt gegen Nackenschmerzen

Die unterschiedlichen Wirkungen von Yoga sind auch immer wieder Gegenstand medizinischer Studien. Denn nur durch solche wissenschaftlichen Versuche kann die Wirksamkeit auch objektiv nachgewiesen werden. Objektiv heißt in diesem Fall, dass  die Wirkung nicht nur auf dem Empfinden einzelner Personen beruht sondern auf große Personengruppen (mit gleichen oder sehr ähnlichen Erkrankungen) bezogen werden kann.

Der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit ist zum Beispiel für eine mögliche Kostenübernahme oder Unterstützung durch Krankenkassen oder für die weitere Ausbildung von YogalehrerInnen und -TherapeutInnen und deren offizieller Anerkennung.

Yoga wirkt gegen Nackenschmerzen 

2012 hat H. Traitteur im Rahmen seiner Dissertation  „Wirksamkeit einer Iyengar Yogaintervention bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen – eine randomisierte kontrollierte Studie“ an der Charité Berlin erforscht, ob und wie Yoga, konkret Iyengar-Yoga, gegen chronische Nackenschmerzen wirkt.

Im Rahmen seiner Studie wurden 77 Personen mit chronischen Nackenschmerzen in Test- und Vergleichsgruppe eingeteilt. Die Testpersonen praktizierten über 9 Wochen 1x wöchentlich 90min Iyengar- Yoga. Die Vergleichsgruppe absolvierte im selben Zeitraum andere Rückenübungen nach schriftlichen Anleitungen.
Zu Beginn, nach 4 und nach 10 Wochen wurden die TeilnehmerInnen untersucht und mittels Fragebögen zu Schmerzempfinden, Beweglichkeit, Lebensqualität und psychischem Befinden befragt.
Sowohl in der Testgruppe als auch in der Vergleichsgruppe kam es im Verlauf der Studie zu einer Reduktion der Schmerzen, Verbesserung der Beweglichkeit, der Einschränkungen durch die Erkrankung und des psychischen Befindens. In der Gruppe der Yoga- Übenden fielen diese Veränderungen jedoch signifikant deutlicher aus als in der Vergleichsgruppe.

Daraus lässt sich schließen, dass die regelmäßige Yogapraxis in vielerlei Hinsicht geeignet ist, Nackenschmerzen zu lindern. Und dass die Wirkung von Yoga der Wirkung einfacher Nackengymnastik überlegen ist.
Der Autor führt diese Effekte in seiner Studie auf verschiedene Faktoren zurück. Einerseits darauf, dass den PatientInnen im Rahmen des therapeutischen Yogas die Möglichkeit gegeben wird, selbstständig etwas gegen ihre Schmerzen zu unternehmen. Das in der Gruppe erlernte Wissen kann auch im Alltag als Möglichkeit zur Selbsthilfe genutzt werden und vermeidet ein Abhängigkeitsgefühl der PatientIn.
Andererseits zeigen Yogaübungen unterschiedlichste Wirkungen. Lokal die Kräftigung der Muskulatur, Dehnung von Bändern, Sehnen und Faszien und Mobilisation von Gelenken. Darüberhinaus wirkt Yoga aber nicht nur auf den Bewegungsapparat sondern auch auf Geist und Psyche. Auch durch körperliche und geistige Entspannung, dadurch verminderte Muskelanspannung- und Verspannung und durch eine möglicherweise veränderten Sichtweise auf die Beschwerden lässt sich eine Schmerzreduktion erzielen.

So ergibt sich aus dieser Studie ein wissenschaftlich messbarer Beweis für das, was unzählige Yogis und Yoginis schon erlebt haben: Yoga wirkt!

Viel Freude auf deiner Matte wünscht dir,
Marion

 

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