Bhakti Yoga – Yoga für das Herz

Bhakti Yoga ist einer der klassischen Yogawege (Hatha-, Karma-, Raja-, Jana-, und Kundalini-Yoga) und wird auch als Yoga der Hingabe und Yoga der Liebe bezeichnet.
Bhakti Yoga ist auch einer der traditionellen spirituellen Wege Indiens. Mit Liebe, Hingabe, Demut und Herzensöffnung führt Bhakti Yoga durch die Gefühle und Emotionen, die auf Gott gerichtet werden, bis zu den höchsten Zielen des Yoga. Dabei lässt Bhakti aber völlig offen, welcher Gott dein persönlicher Gott sein soll. Traditionellerweise ist es in Indien häufig Krishna, der mit den Methoden des Bhakti Yogas verehrt wird, oder auch Shiva und andere indische Gottheiten. Dennoch gibt es keine Vorgaben. Du kannst dein Herz auch gegenüber Jesus, Mohammed, Hekate oder Freya öffnen, um nur einige der bekannteren Gottheiten zu nennen.

Im Bhakti Yoga werden auch Asanas geübt, meist mit dem Ziel der Herzöffnung, einem spirituellen Thema oder Musikbegleitung. Aber es gibt auch andere Techniken, mit denen diese Hingabe erreicht werden kann. Die beiden bekanntesten und auch am einfachsten umzusetzenden möchte ich dir hier vorstellen.
Mehr über die philosophischen Aspekte des Bhakti Yogas kannst du hier auf der Website von Narada lesen.

Kirtan, das enthusiastische gemeinsame Singen der Namen Gottes

Das Singen und spielen spiritueller Lieder und Musikstücke hat weltweit eine lange Tradition.
Aus dem indischen Kulturkreis stammt das Singen von Kirtans, spiritueller Lieder, die von Gottheiten und ihren unterschiedlichen Eigenschaften handeln.
Kirtan wird normalerweise in der Gruppe gesungen und von Instrumenten begleitet, meist Harmonium oder Tabula oder auch Gitarre, Violine, alles ist möglich. Ein Sänger singt einen Vers des Kirtan vor und die anderen Sänger singen den Text oder auch einen Refrain nach. Es funktioniert aber auch alleine unter der Dusche oder im Auto.
Ein ganz besonders schönes Beispiel eines Kirtan findet ihr, gesungen von Krishna Das, einem der berühmtesten Kirtansänger der westlichen Welt, hier: Sri Argala Stotram – Show me love . Text und (englische) Übersetzung ebenfalls von Krishna Das könnt ihr auf dieser Seite nachlesen.

Meditation

Auch in der Meditation sind Mantren und Namen Gottes wesentlich. Eine Meditationstechnik ist zum Beispiel Japa. Dabei wird ein Mantra über einen selbst bestimmten Zeitraum regelmäßig wiederholt. Das kann im Geiste oder gesprochen passieren. Als Hilfsmittel wird dazu häufig eine Mala verwendet, eine Kette aus 108 Perlen.

Sie wird in der Hand gehalten, zwischen Daumen und Mittelfinger. Dabei hält man eine Perle fest und spricht oder denkt das Mantra. Dann rutscht man mit den Fingern eine Perle weiter und wiederholt das Mantra erneut. Das wiederholt man 108 Mal, bis man am anderen Ende der Mala wieder an der Meru-Perle, der größten, meist verzierten oder mit einer Quaste versehenen, Perle angekommen ist. Dann dreht man die Mala um und beginnt die Wiederholungen von vorne.


Sehr häufig wird dafür entweder der Urlaut om oder eines der berühmten aber einfachen Göttermantren, wie Om Nama Shivaya, Om namo Narayanaya, Om Shri Mahalakshmyei Namaha verwendet. Im Prinzip kann aber jeder Gebetstext dafür verwendet werden, wer genügend Zeit hat kann auf diese Art auch 108 Mal das Vater Unser wiederholen. Erzählungen eines mir namentlich leider nicht mehr bekannten Kulturhistorikers nach ist aus dieser Meditationsform auch das Rosenkranzgebet entstanden.

Und welche Auswirkungen hat das nun auf unsere Gesundheit?

Warum spreche ich das hier in einem Blog über Medizin und Yoga an? Früher, in den 1960er und 70 er Jahren, als Meditationen und Mantra erstmals in größerem Maß aus Indien nach Europa und in die USA mitgebracht wurden, wurden diese Techniken zunächst als gefährlich eingestuft, aus Angst, so das Unterbewusstsein eines Menschen manipulieren zu können. Aus heutiger Sicht nicht ganz zu unrecht, da es in der Hippie-Bewegung durchaus zu einer Vermischung mit der Drogenszene kam und einige vermeintliche Gurus ein nicht nur ehrlich gemeintes Spiel betrieben.

Heute wissen wir aber aus der Gehirnforschung, dass die Meditation kein Hokuspokus ist, sondern tatsächlich die Aktivität des Gehirns verändern kann. Als hauptsächliche Wirkungen haben sich eine verbesserte Stresstoleranz, eine erleichterte Entspannung und eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit bzw. Fokussierung auf einen Tätigkeit gezeigt. Außerdem hilft die Meditation dabei, mit Emotionen besser umzugehen und sich von Gefühlsschwankungen nicht so leicht aus der Bahn werfen zu lassen. Das Empfinden von Angst konnte durch regelmäßige Meditation reduziert werden.
Mehr dazu könnt ihr zum Beispiel hier lesen: www.dasgehirn.info

Die Wirkung von Kirtan konntet ihr hoffentlich beim Hören des YouTube Videos oben schon selbst erfahren. Kirtan öffnet das Herz und hebt die Stimmung. Die Musik fördert Emotionen, Liebe und Hingabe. Die Melodien und Texte entspannen, auch wenn man nicht jedes einzelne Wort versteht oder direkt übersetzen kann.

Zum Abschluss noch ein Zitat von Krishna Das:

Keep singing. It uncovers the love. The love of who we truly are.“ ~Krishna Das

 

Übrigens: Krishna Das ist demnächst auf Europa-Tour. Leider sind viele Konzerte schon ausverkauft, aber vielleicht gelingt es noch, für den einen oder anderen Termin ein Ticket zu ergattern.
So wie es im Moment aussieht bin ich erst am 22. Juli in Barcelona, im Rahmen der Barcelona Yoga Conference, mit dabei. Für Wien oder München bin ich selbst noch auf der Suche nach einer Karte.

Viel Freude beim Yoga wünscht euch,
Marion

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