Die Yoga-Pause Teil 1

Kleine Pausen wirken kleine (oder grosse…) Wunder. Besonders Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Kreativität leiden unter langen, ununterbrochenen Arbeits- oder Lernphasen. Kaffee hilft dagegen nur bedingt, zu viel davon macht eher nervös und fahrig als aufmerksam und konzentriert. Eine gemeinsame Pause mit KollegInnen ist zwar schön, aber leider auch nicht immer möglich, für einen Spaziergang ist das Wetter zu schlecht oder die Pause viel zu kurz.  In den nächsten Wochen möchte ich dir deshalb einige Übungen zeigen, für die du weder Matte noch Sportkleidung benötigst und möglicherweise nicht einmal deinen Arbeitsplatz verlassen musst.Lediglich das Telefon auf lautlos stellen ist für diese Yogaübungen notwendig. Manche Übungen gelingen leichter, wenn du dir dafür die Schuhe ausziehst.

Die meditative Yoga-Pause: die Atem-Meditation

Das ist sicher die am einfachsten anwendbare Übung, wenn sie auch nicht immer ganz einfach auszuführen ist. Auch in den 2,5 Minuten zwischen zwei Kundenterminen oder in elegantester Kleidung kannst du die Atemmeditation praktizieren, wenn du etwas Übung darin hast. Du sitzt entspannt auf deinem Stuhl und hast die Augen geschlossen. Warte ungefähr 3 Atemzüge ab, bis sich deine Atmung beruhigt hat. Das ist besonders wichtig, wenn du gerade Stress hast/hattest oder dich körperlich angestrengt hast. Dann beginn damit, den Atem zu beobachten , wie er aus deiner Nase strömt und wieder in die Nase hinein gezogen wird. Versuche dabei, dich zwar auf den Atem zu konzentrieren, aber nicht die Länge der Atemphasen zu beeinflussen. Nach einigen Atemzügen wirst du bemerken, wie sich deine Gedanken beruhigen und ein entspanntes Gefühl eintritt. Nimm dir eine bestimmte Anzahl von Atemzügen vor oder stelle dir einen (sanften) Wecker. Für das Handy gibt es z.B. Klangschalen- oder Gong-Töne. Wenn es bei der Arbeit oft richtig heiß her geht, ist diese Übung gar nicht so einfach. Der Geist und die Gedanken jagen im Tempo der Arbeit dahin und lassen sich nicht einfach zügeln. Deshalb ist es sinnvoll, die Atemmeditation zuerst in einer ruhigeren Umgebung zu üben um sie dann sicher anwenden zu können.

Tadasana – die Bergstellung

Die Bergstellung ist ebenfalls eine sehr meditative Übung. Sie ist nach außen hin unauffällig machbar, auch in der S-Bahn oder an der Bushaltestelle. Wenn du in geeigneter Umgebung übst, ist es sinnvoll, die Schuhe auszuziehen, damit du dich besser auf deine Füße und deren Kontakt mit dem Boden konzentrieren kannst. In diesem Artikel habe ich die genaue Ausführung dieser Asana beschrieben.

Ardha Matsyendrasana – der Drehsitz

Wie du den Drehsitz auf deiner Yogamatte übst, habe ich in diesem Artikel beschrieben. Aber auch auf einem Bürostuhl oder im Auto kannst du deiner Wirbelsäule durch die Drehbewegung etwas Gutes tun. Der Drehsitz unterstützt dich außerdem dabei, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen – das kann den Arbeitsalltag sehr erleichtern. Sitz auf einem bequemen Stuhl, ohne dich anzulehnen. Wenn du einen Hocker ohne Lehne zur Verfügung hast, verwende diesen. Achte darauf, dass die Fußsohlen vollständig den Boden berühren und Hüft- und Kniegelenke möglichst einen rechten Winkel einnehmen und die Knie einander berühren. Auch diese Asana fällt ohne Schuhe leichter. Dann leg die linke Hand auf die Außenseite deines rechten Knies. Den rechten Arm kannst du, wie beim Üben auf der Matte, nach oben strecken, musst aber nicht. Dann drehst du dich nach rechts und bringst die rechte Hand hinter deinem Gesäß auf die Sitzfläche. Du hältst diese Position dann für 3-5 Atemzüge (oder länger) und drehst dich dann langsam wieder nach vorne. Danach legst du die rechte Hand auf das linke Knie und übst die Drehung nach links.

Im nächsten Teil dieser Serie zeige ich dir noch mehr Asanas, Atemübungen und kleine Meditationen, die du mit nur geringen Anpassungen am Arbeitsplatz üben kannst.

Om Shanti, Marion

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