Erkältungsfrei durch die Weihnachtszeit

Melanie von www.ganzwunderbar.de hatte die Idee zum Yogablog Adventskalender. 24 Tage, 24 Bloggerinnen, jeden Tag ein Artikel über Yoga. Ich fand die Idee ganzwunderbar und darf nun auf Medizin und Yoga Türchen 13 präsentieren.

Gestern war Miri mit Türchen Nr. 12 an der Reihe.
Und Türchen Nr. 14 findet ihr ab morgen auf Mandalay-Yoga.

Herbst und Winter, ganz besonders Phasen mit nasskaltem Wetter, sind Hochsaison für Erkältungskrankheiten. Vom harmlosen Schnupfen bis zum fieberhaften grippalen Infekt, sie lassen sich nicht hundertprozentig vermeiden. Aber es gibt Möglichkeiten, vorzubeugen oder das Immunsystem so weit zu stärken, dass eine Infektion ein einfacher Schnupfen wird, der nach wenigen Tagen wieder abgeklungen ist.

Es gibt einige Basismaßnahmen, die sehr einfach aber sehr effektiv sind. Dazu gehört regelmäßiger Aufenthalt an der frischen Luft und im Sonnenlicht, frische Kost, ausreichend Schlaf, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiges Lüften in Wohnräumen und Büro. Außerdem ist es sinnvoll, sich regelmäßig die Hände zu waschen und nach Kontakt mit erkrankten Personen (Apotheke, Hausarztpraxis oder Kindergarten sind zum Beispiel wahre Bazillenmutterschiffe) auch mit einem Händedesinfektionsmittel zu desinfizieren.

Die meisten Erreger werden übrigens von Hand zu Hand auf unsere Schleimhäute übertragen und führen dort zur Infektion. Etwas weniger wahrscheinlich sind Infektionen durch direktes Annießen oder Anhusten. Dabei werden die Erreger zwar weit aber in geringerer Konzentration in die Luft geschleudert und landen selten direkt auf der empfindlichen Schleimhaut.
Relativ ungefährlich sind glatte, harte Oberflächen wie Türschnallen oder Münzen, da die Krankheitserreger auf Metall nicht lange überleben. Auch der Griff eines Einkaufswagens ist normalerweise harmlos, besonders wenn die Wägen draußen in der Kälte stehen. Auch hier sorgt die glatte Oberfläche und zusätzlich die Kälte dafür, dass Viren und Bakterien rasch absterben.

Atemwegsinfekten vorbeugen mit Yoga?

Yoga bietet uns einige Möglichkeiten, Erkrankungen vorzubeugen.

Asanas

Regelmäßiges Üben der Asanas bedeutet regelmäßige Bewegung, allein das stärkt bereits das Immunsystem. Einen besonderen Gefallen kann man sich auch damit tun, im Herbst so lange wie möglich draußen zu üben oder indoor zumindest für ausreichend Frischluft zu sorgen. Der Sonnengruß trainiert das Herz-Kreislauf-System und bewegt so gut wie jeden Muskel im Körper und fördert damit die Abwehrkräfte.

Einigen Asanas wird auch direkt eine stärkende Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt, wie zum Beispiel Paschimottanasana, der Vorwärtsbeuge. Matsyasana, der Fisch, weitet die Atemwege und hilft so, besser durchatmen zu können.
Der Sonnengruß trainiert das Herz-Kreislauf-System und bewegt so gut wie jeden Muskel im Körper.

Neti

Die Nasenspülung, Jala-Neti, wird mit einem Nasenspülkännchen und körperwarmem Wasser mit einer Prise Salz durchgeführt. Dann hält man den Kopf schräg über ein Waschbecken, setzt beim oberen Nasenloch die Öffnung des Neti-Kännchens an und lässt das Wasser so durch die Nase laufen, dass es beim unteren Nasenloch wieder aus der Nase rinnt. Die exakte Kopfhaltung ist Übungssache, es ist auch nicht schlimm, wenn etwas Wasser durch den Rachen in den Magen rinnt.
Neti ist die Tiefenreinigung für die Nasenschleimhäute. Damit werden Schmutz, Staub, übermäßiger Schleim und Krankheitserreger aus der Nase gespült.

Anuloma viloma

Eine ausführliche Anleitung, wie du die Wechselatmung übst findest du hier: http://medizinundyoga.at/wechselatmung/.
Die Wechselatmung hat viele positive Wirkungen auf unseren Körper und Geist. Auf der körperlichen Ebene hilft sie, die Nasengänge offen zu halten und von überschüssigem Schleim zu befreien. Der Wechselatmung wird auch eine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungskrankheiten zugeschrieben. Außerdem hilft sie dir, Stress abzubauen, was wiederum gut für dein Immunsystem ist.

Kräuterheilkunde aus aller Welt

Der Ingwer ist eine fernöstliche Wurzel, die die Abwehrkraft steigert und die Schleimhäute schützt. Kombiniert mit Zitronensaft kannst du dir mit einem leckeren Getränk noch eine Extradosis Vitamin C zuführen, die ebenfalls vor Infektionen schützt. Dafür empfiehlt es sich aber, den Zitronensaft nicht zu erhitzen, da das Vitamin C hitzeempfindlich ist.
Echinacea, der Purpurrote Sonnenhut, ist eine Blüte, die heute im Rahmen der traditionellen europäischen Kräuterheilkunde verwendet wird, um die Infektabwehr zu stärken. Ursprünglich geht dieses Wissen aber auf die Native Americans zurück, die Pflanze wurde erst im 19. Jahrhundert als Heilpflanze nach Europa importiert. Verwende Echinacea bitte nicht, wenn du auf Korbblütler allergisch reagierst.
Kurkuma ist ebenfalls eine Wurzel voller wundersamer Eigenschaften. Sie gehört zur Familie der Ingwergewächse, ihr Ursprung liegt ebenfalls in Südostasien. Ihr Hauptwirkstoff, das Kurkumin wirkt in erster Linie entzündungshemmend und antibakteriell. Deshalb wird sie im Ayurveda häufig gegen akute Bronchitis oder grippale Infekte eingesetzt.
Die Pfefferminze, als traditionell in Mitteleuropa heimische Pflanze ist ebenfalls entzündungshemmend und hat eine kühlende, auch gering abschwellende Wirkung auf die Nasen- und Rachenschleimhäute. Sie kann sowohl als Tee, in Limonaden, zur Aromatisierung von Wasser oder als ätherisches Öl verwendet werden. Das Öl kann auf einen Duftstein aufgetragen oder in heißes Wasser getropft, inhaliert werden.

Ich hoffe, dass ihr mit diesen Tips und Tricks die nasskalte Jahreszeit ohne schlimmere Erkältung übersteht.
Was am besten hilft, wenn es einmal passiert ist und sich ein Infekt breit macht, könnt ihr in den nächsten Tagen in einem eigenen Beitrag lesen.

 

Disclaimer: Wie immer gelten alle Empfehlungen auf Medizin und Yoga für gesunde Erwachsene und Jugendliche, die sich um den Erhalt ihrer Gesundheit kümmern möchten. Dieser Text ersetzt keine persönliche Beratung durch den Arzt/die Ärztin, insbesondere bei Kindern und wenn bereits Erkrankungen vorliegen.

2 Antworten auf „Erkältungsfrei durch die Weihnachtszeit“

  1. Hallo! Kannst Du mir vielleicht einen Tipp geben? Warum bin ich innerhalb von ein paar Wochen immer genau dann krank geworden sobald ich wieder begonnen habe intensiv Yoga zu üben. Ich habe mir es selbst so erklärt, dass die Krankheit 1) schon in mir schlummerte und 2) durch die Entspannugn dann ausgebrochen bzw. wieder zurückgekehrt ist, weil ich mir zuwenig Ruhe gönne. Weiß aber nicht ob diese Erklärung stimmt. Alles Liebe, Verena

  2. Liebe Marion!

    Super interessanter Beitrag!
    Ich dachte z.B. immer, dass gerade solche Sachen wie die Griffe an Einkaufswägen oder Türen – dabei macht die Erklärung mit dem Metall total sinn.
    Selbes mit Yoga: Jeder weiß, dass Yoga gut tut, aber Asanas & Co. zur Erkältungsvorbeugung hat niemand auf dem Schirm. Deshalb: Danke für diesen informativen Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Chrissi

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