Erste Hilfe bei Rückenschmerzen

99% aller Menschen leiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Rückenschmerzen. In den allermeisten Fällen sind diese Rückenschmerzen harmlos und würden auch von selbst wieder vergehen. Angenehmer ist es jedoch, den Rücken bei der Heilung zu unterstützen und möglichst auch der nächsten Schmerzepisode erfolgreich vorzubeugen. Die hier vorgestellten Maßnahmen eignen sich gut als Hausmittel für die Erste Hilfe bei Rückenschmerzen:

Wärme: Als Wärmekissen aus dem Backofen oder der Mikrowelle, als warmes Bad in der Badewanne oder als heiße Dusche: Wärme entspannt verkrampfte Muskulatur und lindert so den Schmerz. Arnika als Badezusatz wirkt ebenfalls auf die verspannte Muskulatur ein. Melisse oder Lavendel entspannen auch Geist und Seele und entfalten ihre positive Wirkung insbesondere bei stressbedingten Rückenschmerzen.

Sanfte Bewegung: Natürlich ist es nicht ratsam, mit akuten Schmerzen den Garten umzustechen oder einen Marathon zu laufen. Genauso wenig ist es aber notwendig, das Bett zu hüten. Sanfte Bewegungen wie Yoga, ein Spaziergang oder gemütliches Schwimmen im warmen Wasser lockern verspannte und verkrampfte Muskulatur und tun auch der Seele gut.

Massage: Im Optimalfall natürlich von einer ausgebildeten MasseurIn. Als Hausmittel kann man sich aber auch mit dem Massagestrahl des Duschkopfes oder einem Tennisball behelfen. Der Tennisball (oder ein Igelball oder anderer, kleinerer harter Ball) wird dafür zwischen das schmerzhafte Körperteil und eine Wand geklemmt. Durch auf- und ab- oder links- rechts-Bewegungen erreicht man den Massageeffekt. Die Stärke kann man dadurch bestimmen, wie fest man den Ball gegen die Wand drückt. Funktioniert besonders gut an Gesäß, unterem Rücken und im Schulterbereich.

Ursachenforschung: Kann ich nachvollziehen, was die Schmerzen ausgelöst hat? Dann kann ich auch versuchen, diese Situation zu meiden oder besser damit umzugehen.
Die Auslöser können banal sein, wie eine Verkühlung an den ersten kühlen Tagen im Herbst, unangenehme Zugluft im Flugzeug oder langes Arbeiten in einer für den Rücken unangenehmen Position.
Aber auch Stress im beruflichen oder privaten Bereich, Überlastung im körperlichen wie im geistigen Sinne, Konflikte, Schlafmangel, Frustration und vieles mehr kann zu Rückenschmerzen führen.
Während man den zuerst genannten Auslösern leicht, z.B. mit einem warmen Pullover oder Bewegungspausen, entgegen wirken kann, fällt es bei den anderen Ursachen schon deutlich schwerer.

Arbeitsplatzoptimierung: Wir verbringen sehr viel Zeit an unseren Arbeitsplätzen und insbesondere Bildschirmarbeit und langes Auto fahren können den Rücken stark belasten. Aber auch körperlich schwere Arbeit kann, falsch ausgeführt, den Rücken schädigen. Im Internet existieren viele Anleitungen, wie man den Arbeitsplatz rückengerecht gestalten kann, hier ein Beispiel für einen Bildschirmarbeitsplatz. Auch der Betriebsarzt kann den Arbeitnehmer bei der rückengerechten Ausstattung des Arbeitsplatzes unterstützen, insbesondere wenn dafür Neuanschaffungen durch den Arbeitgeber, wie z.B. ein Stehpult erforderlich sind. Für bestimmte Berufsgruppen wurden von den zuständigen Unfallversicherungen Programme zur Vermeidung von Berufserkrankungen entworfen, z.B. das Rückenkolleg für Pflegeberufe der BGW.

Wann muß man wegen Rückenschmerzen zum Arzt:
Starke Schmerzen, die durch Hausmittel nicht in den Griff zu bekommen sind
Schmerzen, die in ein oder beide Beine (oder Arme) ausstrahlen
Schmerzen, die zusammen mit Gefühlsstörungen oder einer Schwäche in den Beinen (oder Armen) auftreten
Schmerzen die zusammen mit Fieber auftreten
Schmerzen, die überwiegend Nachts auftreten.
In diesen Situationen ist eine ärztliche Untersuchung notwendig, um ernste Ursachen von Rückenschmerzen wie z.B. einen Bandscheibenvorfall oder Entzündungen wie z.B. Rheuma ausschließen und die richtige Therapie einleiten zu können.

Bild entnommen aus: Rauber/Kopsch, Anatomie des Menschen, Lehrbuch und Atlas, Hrsg. H. Leonhardt, B. Tillmann, K. Zilles, Band 1 Bewegungsapparat.

 

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