Fastenzeit – Wie deine Gesundheit vom Fasten profitiert

Am Mittwoch hat wieder die Fastenzeit begonnen. Das ist ein 40tägiger Zeitraum, von Aschermittwoch bis Karsamstag, dessen Geschichte bis ins frühe Christentum um 200 n.Ch. zurück reicht.
Heute mutet dieser Brauch einerseits altmodisch an, andererseits gibt es an jeder Ecke Angebote für Fastenkuren, Fastenurlaube, Schweigeretreats, Klosteraufenthalte und andere Möglichkeiten, Verzicht zu üben.
Aus kirchlicher Tradition heißt es, dass das Fasten in den 40 Tagen vor Ostern zu erfolgen hat. Es gibt aber auch andere Gründe, die Fasten oder zumindest eine gewisse Einschränkung und bewusstere Auswahl der Lebensmittel am Ende des Winters sinnvoll machen.


Einerseits sind das die zurückliegenden Feste Weihnachten, Silvester und Fasching/Karneval, zu denen wir dazu neigen, üppig zu essen und auch nicht zu wenig Alkohol genießen. Eine gewisser Ausgleich dazu erscheint logisch und sinnvoll. Andererseits ist eine Zeit der Reinigung von Körper und Geist vor Beginn des Frühjahres empfehlenswert, um dann während des Frühjahres das Wachsen und Entstehen von Neuem bewusster miterleben zu können. Darüber hinaus lernt man durch bewussten Verzicht erst wieder so richtig zu schätzen, welche angenehmen Dinge uns jeden Tag umgeben.

Warum Fasten?

Aus medizinischer Sicht ist das Fasten, im Sinne einer reduzierten Kalorienzufuhr und zusätzlich auch bewussteren Nahrungsauswahl, fast jedem zu empfehlen. Nicht fasten sollten schwangere und stillende Frauen, Personen mit Untergewicht sowie Kinder und Jugendliche bis zum Abschluss des Wachstums. Personen mit schweren chronischen Erkrankungen sollten nur unter ärztlicher Begleitung fasten, können aber auch von einer individuell angepassten Fastenkur profitieren.
Durch verminderte Kalorienzufuhr, Reduktion des Salzkonsums, vermehrtes Essen von Gemüse und Obst, weniger Konsum von Zucker und Alkohol können vielfältige positive Effekte auf die Gesundheit erreicht werden.
Das Fasten an sich führt zu einer kurzfristigen Gewichtsreduktion. Nachhaltiger auf das Gewicht wirkt sich aber aus, dass nach einer Fastenkur oft der übermäßige Appetit auf Fertigprodukte, salzige Snacks und Süßigkeiten reduziert wird. Außerdem kann die Zeit des Fastens dazu genutzt werden, ein gesünderes Koch- und Essverhalten zu erlernen und neue Gewohnheiten, wie z.B. tägliche Bewegung, in den Alltag zu integrieren. Diese neuen Gewohnheiten haben wiederum positive Einflüsse. Es kommt neben einer Normalisierung des Körpergewichts auch zu einer Reduktion des Blutdruckes, der Blutfettwerte und des Insulin- und Zuckerhaushaltes.
Viele berichten nach einer kurzfristigen Verschlechterung zu Beginn des Fastens in weiterer Folge über ein deutlich besseres Hautbild und dadurch ein frischeres, strahlenderes Aussehen. Außerdem bemerken viele Fastende, dass nach einigen Tagen des Fastens wahre Energieschübe auftreten. Zusätzlich reduziert sich nach einigen Tagen auch das Verlangen nach Sucht erregenden Substanzen in unserer Ernährung, wie Zucker, Koffein oder Alkohol.
Aber keine Angst, Fasten muss nicht automatisch heißen, über lange Zeit gar keine Nahrung zu sich zu nehmen.

Wie wird das Fasten durchgeführt?

Eine schonende Methode ist zum Beispiel das intermittierende Fasten, bei dem an bestimmten Tagen nicht oder keine feste Nahrung gegessen wird, an den anderen Tagen aber durchaus eine leichte Kost gegessen wird.
Ebenfalls sehr schonend ist das Basenfasten, oder Vegan fasten
eine kalorienarme, gemüsereiche Ernährungsform, die auch längergfristig umgesetzt werden kann.
Die F.X. Mayr-Kur ist eine Form des Fastens, in deren Kernphase Milch und altbackene Semmeln sehr langsam und bewusst gegessen werden, sieheDie Darmreinigung nach Dr. med. F.X. Mayr: Wie Sie richtig entschlacken, entgiften und entsäuern
. Davor und danach gibt es in verschiedenen Stufen eine Kost, die dem Basenfasten sehr ähnlich ist. Um die Phase der Milch und Semmel – Diät durchzuführen ist es Voraussetzung, diese beiden Lebensmittel auch wirklich zu vertragen. Ansonsten sind Bauchschmerzen vorprogrammiert. Außerdem empfiehlt es sich, die F.X.Mayr Kur nicht zur reinen Milch und Semmel-Kur zu reduzieren, sondern auch die Vor- und Nachbereitungsphasen durchzuführen. Ansonsten kann man zwar einen kurzfristigen Gewichtsverlust erreichen, hat aber den entscheidenden Effekt, eine gesündere Ernährung zu erlernen, verpasst.
Saftfasten schmeckt gut, man ist dabei auch nicht besonders hungrig und es führt zu einem guten Detox- Effekt. Zur langfristigen Ernährung ist dieses Konzept aber nicht geeignet, da es an Eiweiß und Ballaststoffen mangelt und in vielen Säften reichlich Zucker enthalten ist. Außerdem ist diese Form des Fastens nur sehr eingeschränkt für DiabetikerInnen und Personen mit Fruktoseintoleranz oder empfindlichem Magen geeignet. Eine Anleitung zum Fasten mit Smoothies findest du hier: Grüne Smoothies: Die 10-Tage-Detox-Kur
br />Nach ähnlichem Prinzip funktioniert das Suppenfasten. Statt den Säften gibt es Gemüsesuppen, entweder klar oder püriert. Durch das Pürieren und die Tatsache, dass die Suppen gedünstet und warm gegessen werden, ist diese Art des Fastens besser für Personen mit empfindlichem Verdauungstrakt, Reizdarmsyndrom und ähnlichen Beschwerden geeignet. Ein Rezeptbuch, aus dem ichauch ohne zu fasten regelmäßig Suppen nachkoche: Suppenfasten: Abnehmen, entschlacken – und immer etwas Warmes im Bauch

Der Verzicht auf einzelne Substanzen wie Alkohol, Koffein oder Zucker ist verhältnismäßig einfach umzusetzen und auch in Kombination mit einem stressigen (Berufs)Alltag gut machbar. Und positive Effekte auf den Körper lassen sich damit auch gut erreichen, insbesondere beim Verzicht auf Alkohol. Gut kann man damit auch erlernen, bewusster mit diesen Substanzen umzugehen.

Wer aus irgendeinem Grund nicht im klassischen Sinne fasten will oder kann, hat trotzdem vielfältige Möglichkeiten, den Verzicht zu üben und einen bewussteren Umgang mit bestimmten Gegenständen des Alltags wieder zu erlernen.
Zum Beispiel beim Online- fasten, bei dem der Internetkonsum z.B. auf ausschließlich berufliche Nutzung reduziert wird. Oder das Social-Media-Fasten, bei dem für eine gewisse Zeit auf die Nutzung sozialer Netzwerke verzichtet wird.
Naheliegend wäre auch der Verzicht auf das Rauchen, der dann vielleicht sogar zu einem endgültigen Rauchstop führt.

Natürlich kann man die Fastenzeit auch dazu nutzen, positive Gewohnheiten zu erarbeiten.
Zum Beispiel tägliches Meditieren oder tägliches Ausführen von Asanas. Oder regelmäßiges joggen, Krafttraining machen, den Arbeitsweg zu Fuß oder mit dem Rad zurück zu legen.
Oder sich mehr um Freundschaften kümmern, die in den letzen Wochen dank stressigem Job zu kurz gekommen sind.

Wichtig ist, dass das Fasten nicht als Zwang wahrgenommen wird. Stattdessen soll die Fastenzeit eine Chance sein, neue Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren und den Alltag bewusster zu gestalten.

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