Krishna Das, Kirtan und Barcelona Teil 2

Seit ich 2009 zum ersten Mal einen Kirtan von Krishna Das gehört habe, bin ich ein riesengroßer Fan dieses Künstlers und von Kirtans generell. Oder zumindest in der „für uns Westler aufbereiteten Form“, wie mir ein indischer Priester einmal gesagt hat. Aber egal,

ich stehe dazu, bin ich ja auch. In Indien wird Kirtan zwar auch als Wechselgesang gesungen und häufig mit Harmonium und Tablas begleitet, Gitarre oder Bass kommen dort traditionell eher nicht vor. Generell unterscheidet sich auch die Stimmung- während bei westlichen Kirtan Konzerten gerne getanzt, geklatscht und ausgelassen gefeiert wird, beeindruckten die traditionell-indischen Konzerte, die ich bisher gehört habe, mit feierlicher, ruhiger Stimmung ähnlich einem hiesigen Kirchenkonzert. Der Sinn, das Ziel, warum Kirtan gesungen wird, bleibt aber das selbe: Durch das Singen von Mantren das Herz zu öffenen, den Geist zur Ruhe zu bringen und einen meditativen Zustand zu erreichen.

Aber zurück zur Barcelona Yoga Conference:

Die „Traditional Haha Yoga“ Stunde von VasuDev am Samstag Morgen mit einer gelungenen Mischung aus Hüftöffnern, Pranayama, Asanas im Sivananda-Stil und Entspannung war ein gelungener Start in den Tag. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung auf die Fenster der Sporthalle wurde es auch zum ersten Mal richtig heiß.

Nach der Frühstückspause fand der Ashtanga Vinyasa Yoga Workshop von Santiago Pinto Doublet und Cesar Caldera Davilla statt. Santiago präsentierte ein schier unglaubliches Wissen über Yoga, Bewegungsabäufe und Anatomie zweisprachig auf Spanisch und Englisch und Cesar, ein wahrer Bewegungskünstler, demonstrierte die erklärten Asanas. Dann waren wir an der Reihe, die eben erklärten Übungen und Korrekturen umzusetzen. Was bei Cesar so spielerisch leicht aussah sorgte bei weniger artistisch veranlagten TeilnehmerInnen wie mir für die ein oder andere Verknotung der motorischen Gehirnareale, wenn es zum Beispiel darum ging, die Außenrotatoren der Schulter einzeln anzuspannen. Auch wenn einige Teilnehmerinnen etwas enttäuscht waren, „so viel Theorie“ zu hören und nicht noch eine Asanaklasse mitzumachen, war der Workshop genau wegen seines Tiefganges und der Wissensvermittlung ein echtes Highlight für mich.

Ashtanga Yoga

Nach einer Pause im Hotel und einem Mittagsschläfchen hatte ich mich am Samstag Abend für Yoga for everyone von Patrick Broome entschieden. Leider hatte sich die Sporthalle bis dahin auf schier unerträgliche Temperaturen aufgeheizt und ich war vor lauter Vorfreude auf Krishna Das nicht mehr in der Lage, mich auf den ungewohnten Stil, die fremden Bewegungsabläufe, zu konzentrieren. Deshalb habe ich mich früher als geplant in Shavasana und dann auch aus der Halle verabschiedet. Dafür konnte ich, im Park sitzend, schon dem Soundcheck von Krishna Das lauschen.

David Broome

Krishna Das

Auf die Möglichkeit, Krishna Das live zu erleben habe ich schon eine ganze Weile gewartet. Die Konzerte in München und Wien waren leider schneller ausverkauft als der Juli- Dienstplan geschrieben und der Post Conference Workshop am Montag Nachmittag fiel auch meinem Arbeitsplan zum Opfer. Aber zumindest an diesem einen Konzert konnte ich teilnehmen. Kurz nach 20:00 war es dann soweit. Krishna Das mit Band live auf der Bühne. Und ich, wie ein Teenager beim Popkonzert, aufgeregt im Publikum. Ruhige, langsamere Lieder wechselten sich ab mit schnellen Rhythmen, zu denen auch eifrig getanzt wurde. Die Stimmung war einfach großartig und kaum in Worte zu fassen, deshalb zeige ich euch hier einige Videoausschnitte zum Zuhören und -schauen.

Wenn es nach mir ginge, könnte ich sofort die Flüge zur Barcelona Yoga Conference 2018 buchen. Ganz nach dem Motto der Veranstaltung: „Do what you love“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.