Morning Glory – meine Morgenroutine

Der frühe Vogel ist normalerweise nicht mein bester Freund. Und wie sich morgendliche Yogapraxis mit einem Beruf verträgt, in dem man morgens um 8:00 „eh spät“ beginnt, war eine der Kernfragen während meiner Yogalehrer-Ausbildung. Außerdem gibt es noch diese Nächte, in denen man entweder gar nicht schläft oder mehrfach geweckt wird und schlussendlich in einem unbequemen Bett in einem stickigen Dienstzimmer wach wird.

Wie lässt sich unter diesen Voraussetzungen eine Morgenroutine etablieren?

Zuerst habe ich das Wort Routine fast aus diesem Zusammenhang gestrichen. Und mich dann daran gemacht, eine Art Plan zu entwerfen. Weil Routine klingt starr und unflexibel – und genau das kann ich nicht brauchen.

Werktags bzw. Arbeitstags läutet der Wecker um 5:50. Ein kurzer Blick aufs Handy, ein Sprung ins Bad und in die Yogaklamotten und ab auf die Matte. Normalerweise ist meine morgendliche Yogapraxis Asanapraxis. Ich beginne mit Sonnengrüßen, Sivananda-Stil, Sonnengruß A, Sonnengruß B, meistens in dieser Reihenfolge. Schön aufgewärmt kümmere ich mich danach kurz aber konzentriert um meine „Problemzonen“ Hüften und Psoas, mit Hüftöffnern, Krokodilen, Dehnübungen.
Um so richtig in Schwung zu kommen übe ich danach noch 2 oder 3 Mal eine Asana-Abfolge, die laut Zeitung (die ich hier gerne korrekt zitieren würde aber ich habe leider schon vergessen ob der Artikel im Yoga Journal oder der Yoga aktuell war…) extra wach machen soll.
Die Übungsfolge beginnt in Tadasana, dann Tadasana mit nach oben gestreckten Armen, danach die stehende Vorwärtsbeuge, von dort in den hinabschauenden Hund, der Hund steckt die Beine nach oben (hier probiere ich auch immer wieder den Flip dog), aus dem Hund in den Halbmond, wieder zurück in den Hund und in den anderen Halbmond, wieder in den Hund und am Ende steht man wieder in Tadasana. Die Übergänge zwischen den Asanas waren nicht detailliert beschrieben, für mich habe ich eine fließende Abfolge daraus gemacht.
Danach folgen noch eine kurze Tiefenentspannung und einige Minuten Pranayama und/oder Meditation.
Um 7:00 ist Zeit fürs Frühstück. Da schwöre ich an solchen Tagen auf ein gutes Vollkornbrot mit Avocado oder selbstgemachter Marmelade und, ja wirklich, meinen Kaffee. Ayurveda-Brei und ähnliche kulinarische Genüsse bleiben den Wochenenden und freien Tagen vorbehalten.
An freien Tagen ist meist mehr Zeit, auch um ganze Yogastunden und mehr Pranayama zu üben. Oder um ins Studio zu fahren und schon Morgens eine Yogastunde zu besuchen.

Und an den Morgen nach mehr oder weniger arbeitsreichen Nachtdiensten?

Asanas sind im Dienstzimmer schwer machbar. Aber ein Zettel und ein Kugelschreiber sind immer aufzutreiben. Gerne mache ich zuerst ein paar Atemzüge Wechselatmung. Dann wiederhole ich ein Mantra indem ich es mehrfach aufschreibe. Diese Übung fördert die Konzentration, lässt mich aber nicht so tief in die Meditation versinken, dass ich ein Problem mit einem plötzlich läutenden Diensthandy bekommen würde. So kann ich auch in 5 bis 10 Minuten etwas Yoga in den Alltag bringen. Und wenn einmal gar nichts möglich ist, weil ständig ein Telefon klingelt oder gar keine Ruhe einkehren will, hilft etwas yogische Gelassenheit dabei, auch einmal gar nichts zu machen und einfach nach Hause zu fahren und schlafen zu gehen.

xoxo,
Marion

 

Eine Antwort auf „Morning Glory – meine Morgenroutine“

  1. Es ist wunderbar wenn yogische Gelassenheit auf fundiertes medizinisches Wissen trifft. Bei uns auf den Dörfern sind die Ärzte noch sehr skeptisch wenn es um Yoga geht. Leider höre ich immer wieder, daß vom Yoga abgeraten wird. Wohl weil immer noch angenommen wird, man würde dabei in akrobatischen Verrenkungen vom Glauben abfallen. Ich gebe mir Mühe, das zu ändern.

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