Shavasana – die Totenstellung

Shavasana, oder auch Totenstellung gilt als eine der schwierigsten Asanas überhaupt. Obwohl man, von außen betrachtet, nur mit geschlossenen Augen am Rücken liegt. Aber warum ist das so?

Ausführung von Shavasana

Lege dich auf deiner Matte auf den Rücken. Arme und Beine sind gestreckt. Die Beine leicht gespreizt, die Füße fallen nach außen. Die Arme sind leicht vom Körper abgespreizt, die Handflächen zeigen nach oben, die Finger sind entspannt und leicht gebeugt.
Falls dir das Liegen am Rücken mit gestreckten Beinen schwer fällst, kannst du dir auch eine gerollte Decke oder 2 Yogakissen unter die Knie legen. Dadurch werden die Knie etwas gebeugt und der untere Rücken entlastet.
Um den Nacken zu entlasten kannst du auch eine gefaltete Decke oder ein dünnes Kissen unter den Kopf legen.
Decke dich in Shavasana zu, insbesondere wenn du nach der Asana-Praxis übst. Die Decke verhindert nicht nur, dass du auskühlst und dich womöglich erkältest. Sie hilft dir auch, dich wohl und behaglich zu fühlen und leichter zu entspannen. Außerdem wird von manchen Lehrern unterrichtet, dass die Decke verhindert, dass die während der Asanapraxis aktivierten Energien aus dem Körper entweichen. Falls es warm sein sollte, deck dich mit einem dünnen Tuch zu.

Wann übst du Shavasana?

Die Klassiker sind zu Beginn und vor allem am Ende einer Yogastunde.
Eine kurze Entspannungsphase am Anfang der Yogastunde hilft, die Hektik des (Berufs-)Alltags hinter sich zu lassen und die Konzentration auf die folgende Yogapraxis zu lenken und sich insgesamt auf die Yogapraxis einzustimmen. Besonders wichtig ist diese Phase für alle, die direkt vom Arbeitsplatz in die Yogastunde kommen. Wichtig ist aber auch, dass die Entspannungsphase am Beginn einer Yogastunde kurz ist, besonders wenn danach eine intensive körperliche Praxis folgen soll. So erreicht die Entspannung überwiegend den Geist, Kreislauf und Muskulatur sollten aber noch nicht zu sehr entspannen.
Insbesondere Anfänger sollten auch zwischen den einzelnen Asanas immer wieder kurze Entspannungsphasen einbauen. Das hilft, die Erfahrungen aus den Asanas zu verarbeiten und das Gelernte zu festigen.
Am Ende der Yogastunde ist Shavasana normalerweise die Haltung, in der die Tiefenentspannung ausgeführt wird. Die Tiefenentspannung dient der Entspannung von Körper, Geist und Seele. Sie ist ein Zustand der bewussten Entspannung, ohne dabei einzuschlafen. Die Tiefenentspannung hilft dir dabei, die in den Asanas gemachten Erfahrungen zu verarbeiten. Da die Tiefenentspannung noch viel mehr bewirkt, bekommt sie in den nächsten Tagen einen eigenen Blogpost.
Außerdem kannst du Shavasana und die Tiefenentspannung auch für sich alleine üben. Wenn unterwegs im Hotel zu wenig Platz für eine vollständige Yogapraxis ist, oder zu wenig Zeit – schon 5 Minuten Entspannung im Bett bewirken einiges. Du kannst Shavasana aber auch dann üben, wenn du körperlich nicht fit genug bist um Asanas zu üben. Unterstützt durch Kissen, Decken, Pölster kannst du auch mit akuten Verletzungen oder Krankheiten entspannen. Lediglich der Geist sollte nicht beeinträchtigt sein.
Shavasana ist auch die Körperhaltung, in der normalerweise Yoga Nidra, der Schlaf der Yogis, praktiziert wird.

Warum ist Shavasana so schwierig?

Du hast bestimmt schon vom Monkey Mind, dem Affengeist gehört. Die Gedanken springen vom Job zur nächsten Party, zum Abendessen, zur Familie und wieder zu den Arbeitskollegen. Wie ein Äffchen, das in den Bäumen von Ast zu Ast springt und nie so richtig zur Ruhe kommt.
Genau damit werden wir in Shavasana aber konfrontiert. Du willst entspannen, die Gedanken kreisen aber wie verrückt durch deinen Kopf. Das Ziel der Entspannung von Körper und Geist erscheint nur schwer zu erreichen.
Ähnlich wie in der Meditation hilft es dir aber, dich auf etwas zu konzentrieren. In einer geführten Yogastunde sind es die Ansagen der Lehrerin, die dich zur Konzentration anleiten. Wenn du für dich alleine übst, hilft es, dich auf deinen Atem zu konzentrieren. Oder auf ein Mantra. Achte auch darauf, die Übung nicht zu lange zu machen, denn auch das verringert die Konzentration oder du schläfst ganz einfach ein. So fängt das kleine Gedankenäffchen nicht an, herumzuspringen und dir fällt die Entspannung wesentlich leichter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.