9. Yoga Conference in Wels

Inzwischen ist schon über eine Woche vergangen, seit der Yoga Conference Wels, einer der größten, wenn nicht der größten überhaupt, Yogaveranstaltungen in Österreich.
Stilistisch geprägt ist die Conference vom InsideYoga, einer sehr modernen Yoga-Richtung, die von Young-Ho Kim entwickelt wurde und die auch im Organisationsteam um Petra Werner unterrichtet wird. Dabei verschwimmen gelegentlich die Grenzen zur Akrobatik, der Yogi/die Yogini wird jedenfalls körperlich gut gefordert. Denn, so Young-Ho Kim in einem Interview mit dem ORF, Entspannung und geistige Ruhe lassen sich heutzutage besser erreichen, wenn man den Körper fordert. Denn die fehlende körperliche Anstrengung und die überwiegende Kopfarbeit kommen bei unserem modernen Lebensstil zu kurz.

„Wenn dein Körper das Wort Yoga hört, soll er schon schwanzwedelnd, mit der Leine im Maul vor der Türe stehen, wie ein kleiner Hund vor einem Spaziergang im Park.“ Katchie Ananda

Ebenfalls ein Highlight der Conference waren die Yogastunden von Katchie Ananda. Deren Grundsatz „ Du sollst deinen geschundenen Kreaturenkörper [auf der Yogamatte] nicht noch weiter quälen sondern die Grenzen des Geistes ausdehnen, nicht die des Körpers“  klingt irgendwie gegensätzlich zu Young-Ho Kim, spiegelt aber auch die enorme Bandbreite der Conference wider.
Während Katchie uns zu Ruhe und Entspannung anleitete, um unserem Geist Flügel zu verleihen, unterrichtete im Turnsaal nebenan Krishnataki zu lautstarker Musik. In unserem Streben nach Ruhe kostete uns das so manchen Schmunzler. Anderer Geist – Andere Flügel.

Shavasana, Entspannung
Katchie Ananda

Neben den Asanas unterrichtete Katchie auch viel Dharma und Philosophie. Um ihr Buch „The Art of Awakening“ zu erwischen war ich leider zu langsam, es kommt aber demnächst per Post.

Am Samstag Nachmittag, passend zur ausklingenden Mittagspause, unterrichtete Alexey Gaevskij “Peace of Mind“, eine tiefenentspannte, Yin-lastige Yogastunde mit sehr sanften, fließenden Asanas.
Ganz im Gegenteil dazu waren die Stunden von Matt Giordano voll Schwung, Elan und Feuer. Der Übergang zwischen Asana und Artistik war fließend, besonders am Sonntag Nachmittag. Aber auch akrobatisch weniger gut veranlagte SchülerInnen wie ich kamen voll und ganz auf ihre Kosten.

Besonders berührt hat mich der Vortrag über Clean Eating von Hildegard Biller. Nach ihrem Konzept besteht Clean Eating nicht nur aus Salatblättern und Frischkornbrei und schon gar nicht aus angeblicher Steinzeitkost. Sondern aus vielfältiger Pflanzennahrung für den Körper und einigen sehr wärmenden Ansätzen für Geist und Seele. Mehr dazu folgt aber in einem eigenen Beitrag.

Insgesamt hätte die Conference noch 2 oder 3 Tage länger dauern dürfen, um wirklich alle der hochkarätigen ReferentInnen auf der Matte erleben zu können. Verpasst habe ich diesmal leider Faith Hunter, Irene Kapl, Nicki Vellick und ihr YoWheel, Petra Werner, Hie Kim und Krishnataki.

Yoga Conference Wels
Krishnataki

Der Veranstaltungsort im Turnverein Wels war so stimmungsvoll, wie Turnhallen nur sein können. Positive Vibes und die dezente Dekoration trugen wesentlich dazu bei. Und der Fechtsaal ist und bleibt eine Augenweide. Außerdem gibt es dort das einzige Sportvereinsbuffet weit und breit, das vegan kochen und Kuchen backen kann.

Einen eigenen Bereich und Platz auf den Gängen gab es auch für Verkaufsstände, sodass es auch an Yogakleidung, Schmuck, Statuen, Dekoration und grünen Smoothies nicht mangelte. So konnte jeder entweder ein Schnäppchen machen oder den letzten Schrei der Yogamode erwerben.
Ein kleiner Wermutstropfen war (Achtung Jammerei auf hohem Niveau!), dass die Location phasenweise an ihre Auslastungsgrenzen stieß. Bei bestimmten Konstellationen aus LehrerInnen und Räumen wurde es einfach sehr eng, Arme waagerecht ausstrecken eine Wunschvorstellung.

Insgesamt hat mir die Conference dieses Jahr wieder sehr gut gefallen, vielleicht sogar etwas besser als 2016. Ob das am fehlenden Muskelkater danach lag? Mir hat die Möglichkeit, selbst wieder einmal intensiv als Schülerin praktizieren zu können und dabei jede Menge neuen Input zu bekommen, einfach nur gut getan. Einige Ideen habe ich schon umgesetzt, in meiner eigenen Praxis und im Unterricht.

Bleibt nur noch ein herzlicher Dank an Petra Werner und das gesamte Organisationsteam, ich freue mich schon auf 2018!

Om Shanti,
Marion

 

Die wunderbaren Fotos wurden freundlicherweise von Marion Ullmann, www.mallaFotoArt.de,  fotografiert und zur Verfügung gestellt.

 

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