Yoga for everyBody

Es freut mich sehr, auch dieses Jahr wieder Teil des Yogablog Adventskalenders sein zu dürfen. Melanie von www.ganzwunderbar.com hat damit etwas ganz Wunderbares ins Leben gerufen. Meine Vorgängerinnen haben bereits viele Tips, Ideen, Rezepte und mehr rund um Weihnachten gepostet. Passend zum Vorabend des Festes der Liebe und inspiriert von Licht und Dunkel, einer momentan allgegenwärtigen österreichischen Hilfsaktion (unter anderem) für Menschen mit Behinderung geht es in meinem Beitrag um gemeinsamen Üben von Yoga für alle Menschen, ungeachtet von Herkunft, Hautfarbe, Behinderung.

Deshalb möchte ich dir über einen ganz besonderen Yogastil berichten.

„Everyone has a right to the teachings and practices of yoga“ Jivana Hayman

Accessible Yoga ist Yoga für alle. Nicht nur für gesunde, junge, mehr oder weniger schlanke Frauen und Männer sondern tatsächlich für alle. Es geht um Yoga im Rollstuhl, Yoga im Bett, Yoga für Menschen mit besonderen Bedürfnissen aufgrund von Alter, Krankheit Behinderung oder Ähnlichem.

Die Idee zu Accessible Yoga hatte Jivana Heyman, Yogalehrer aus den USA, als sein Freund an Aids erkrankte und schließlich daran starb. Als Aids-Aktivist und Yogi fiel ihm bereits damals auf, dass es für Menschen mit besonderen Bedürfnissen so gut wie kein Yoga-Angebot gab. Bis heute wächst Accessible Yoga, mittlerweile zu einer weltweiten Community. Im Oktober fand in Berlin die erste deutschsprachige Accessible Yoga Conference statt, an der ich wegen Terminkollissionen leider nicht teilnehmen konnte. Stattdessen konnte ich aber eine Woche davor an einem Teacher Training in London teilnehmen, bei dem wir in 4 intensiven Unterrichtstagen lernen durften, wie Asanas und andere Übungen an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden können.

„If you have a mind and a body, you can do yoga!“ Jivana Hayman

Auch das Unterrichten von Yogaklassen mit Personen mit unterschiedlichen körperlichen Fähigkeiten war ein großes Thema. Die Gruppe auf teilweise völlig unterschiedlichen Wegen zum selben Ziel zu führen, das war nicht nur für mich eine große Herausforderung. Und deshalb wurde auch intensiv und in kleinen Gruppen geübt. Einer unterrichtet, die anderen 2-3 Mitglieder der Gruppe spielen Schüler mit unterschiedlichen Problemen. Und am Ende der Anleitung sollen sich alle SchülerInnen zum Beispiel im Drehsitz wieder finden. Wobei der Drehsitz noch verhältnismäßig einfach zu unterrichten ist, auch wenn eine Person am (Roll)Stuhl sitzt, eine auf der Matte und die dritte ein Problem hat, ein Knie vollständig zu strecken. In dieser Konstellation einen Sonnengruß zu unterrichten, hebt die Schwierigkeit für den Lehrer auf ein neues Level. Aber nach 4 Tagen Übung hat auch das funktioniert, sogar in halbwegs ordentlichem Englisch.

„Each individual is an unique and equal expression of our universal connectedness“ Jivana Hayman

Atemübung für alle

Du kannst die Übung sowohl in Shavasana, als auch im Meditationssitz machen, genauso gut funktioniert sie auf einem Stuhl oder im Bett. Atme zunächst tief in den Bauch ein und aus. Du kannst auch die vollständige Yogaatmung praktizieren, bei der der Einatem in der Vorstellung zuerst den Bauchraum, dann den Brustkorb und zuletzt den Raum unter den Schlüsselbeinen mit Luft füllt. Und der Ausatem umgekehrt, zuerst den Raum unter den Schlüsselbeinen, dan den Brustkorb und zuletzt den Bauch wieder entleert. Dann lege die Hände links und rechts auf den Bauch. Spüre, wie sich die Bauchdecke bei der Einatmung hebt und bei der Ausatmung wieder senkt. Nach einigen Atemzügen lege deine Hände auf die Rippen. Spür, wie sich der Brustkorb bei der Einatmung ausdehnt und bei der Ausatmung wieder zusammen zieht. Nach einigen weiteren Atemzügen leg die linke Hand auf das rechte Schlüsselbein und die rechte Hand auf das linke, als ob du dich selbst umarmen möchtest. Nimm jetzt ganz bewusst wahr, wie sich die Schlüsselbeine bei der Einatmung heben und bei der Ausatmung wieder senken.

Die stehende Vorwärtsbeuge

Ist eine Asana, die vielen Menschen schwer fällt, oder aufgrund von Rückenproblemen oder Schwindel gar nicht in der klassischen Form geübt werden kann. Vereinfacht werden kann die Stellung, indem du auf die vollständige Streckung die Knie verzichtet oder die Hände auf Klötze stützt. Für manche ist aber auch diese Position nicht umsetzbar, da der Kopf immer noch nach unten hängt und der Rücken weit gebeugt werden muss. Dann schafft die Verwendung eines Stuhles Abhilfe. Durch das Aufstellen der Hände auf die Sitzfläche des Stuhles, wird die Beugung des unteren Rückens reduziert und die Stellung ist stabil, weil die Hände nicht nach unten hängen sondern am Stuhl aufgestellt werden können. Noch weiter erleichtern kannst du die Stellung, indem dunden Stuhl drehst und die Hände oder Unterarme auf die Sessellehne stützt. Dabei bleibt auch der Kopf so gut wie auf Herzhöhe, was älteren Menschen, Personen mit Herzerkrankungen oder Schwindelerkrankung die Übung überhaupt erst ermöglicht.

Falls du jetzt neugierig geworden bist, oder jemanden kennst, der gerne Yoga üben würde, sich aber aufgrund von körperlichen Einschränkungen nicht in ein typisches Yogastudio traut, kannst du auf www.accessibleyoga.org mehr erfahren und ausgebildete YogalehrerInnen finden.

Die Blogposts 21 und 22 kannst du hier, von Sandra von Zabiensky auf house-of-grace.de und hier, von Verena Wagner auf mamirocks.com lesen.

Ein besinnliches Weihnachtsfest wünscht dir,

Marion

 

PS: Am 15.01.2019 startet auch bei mir ein neuer, elfwöchiger Kurs. Details und Anmeldung hier oder gerne auch per Mail oder Telefon!

PPS: Du erhält hier eine klare Empfehlung für die Teilnahme am Accessible Yoga Teacher Training. Das ist Werbung, für die ich nicht bezahlt wurde. Das Teacher Training und alle Ausgaben rundherum habe ich selbst bezahlt.

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