Die Yogastudie

Bereits seit Anfang 2018 führen wir in der Praxis eine Studie durch, in der wir die Lebensqualität von YogaschülerInnen und PatientInnen vergleichen. Ziel der Arbeit ist es, nachzuweisen, dass die Teilnahme am Yogaunterricht einen signifikanten positiven Effekt auf die Lebensqualität hat. 

Das Prinzip einer klinischen Studie ist, dass 2 Personengruppen ähnlicher Größe und ähnlicher Zusammensetzung (Geschlecht, Alter, Erkrankung…) verglichen werden, von denen die 1. Gruppe (zusätzlich) eine neue Behandlungsform erhält, die 2. Gruppe, die sogenannte Kontrollgruppe, wird mit bewährten Methoden behandelt. 

Häufig werden die StudienteilnehmerInnen von einem Computerprogramm in die Gruppen gelost, sodass weder TeilnehmerIn noch BehandlerIn wissen, welcher Gruppe sie angehören. Das ist das Prinzip der Doppelblindstudie, das die statistische Aussagekraft erhöht. Bei Behandlungsformen, die einen persönlichen Kontakt von PatientIn und BehandlerIn voraussetzen (Yogatherapie, Physiotherapie, Massage…), ist das aber nicht möglich. 

Um die Wirkung von Medikamenten zu überprüfen, wird statt den oben erwähnten bewährten Methoden in der Kontrollgruppe ein Placebo verwendet, häufig auch weil es noch gar keine bewährten Methoden gibt. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie ergibt die höchste statistische Aussagekraft, ist aber wiederum für Behandlungsformen mit direktem Kontakt zwischen PatientIn und BehandlerIn nicht möglich.

Die Yogastudie

In meiner Studie geht es um Personen mit chronischen Schmerzen, die durch eine Erkrankung des Bewegungsapparates ausgelöst werden. Meist handelt es sich dabei um Rückenschmerzen oder um Gelenkschmerzen, z.B. durch Arthrose bedingt.

Die 1. Gruppe sind die TeilnehmerInnen am therapeutischen Yogaunterricht. Wer eine Karte für 11 Yogastunden kauft, bekommt auch einen Fragebogen ausgehändigt. Nach der 11. Yogastunde sollte dieser Fragebogen erneut ausgefüllt werden, um einen Vorher-Nachher-Vergleich zu ermöglichen.

Die 2. Gruppe (Kontrollgruppe) sind PatientInnen, die in der Praxis Physiotherapie machen und natürlich kein Yoga machen sollten. Sie bekommen den Fragebogen vor der ersten Physiotherapie und bei der letzten Behandlung.

Als Fragebogen wird der SF-36 Health related quality of life questionnaire verwendet. 

Dieser Fragebogen, stellt 36 Fragen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Diese können insgesamt und in 8 Untergruppen, nämlich 

  • Vitalität
  • Körperliche Funktionsfähigkeit
  • Körperliche Schmerzen
  • Allgemeine Gesundheitswahrnehmung
  • Körperliche Rollenfunktion
  • Emotionale Rollenfunktion
  • Soziale Funktionsfähigkeit
  • Psychisches Wohlbefinden

ausgewertet werden.

Durch Yoga und Physiotherapie sind naturgemäß eher Veränderungen der ersten 3 bis 5 Untergruppen zu erwarten. Allerdings haben eine Verminderung der Schmerzen oder eine vermehrte Vitalität natürlich auch Auswirkungen auf das psychische und soziale Wohlergehen.

Die Yogastunden unterrichte ich in der Tradition nach Swami Sivananda. Die Asanas werden natürlich angepasst an die körperlichen Möglichkeiten der TeilnehmerInnen. Immer gibt es in den Stunden Pranayama, Tiefenentspannung und kleine Achtsamkeitsübungen. Außerdem gibt es auch Anleitung und Hilfestellungen für das regelmäßige Üben zuhause.

Die ersten Vorher-Nachher-Vergleiche der Yoga- Gruppe zeigen wie erwartet eine Verbesserung der körperlichen Funktion (PF), Körperliche Schmerzen (BP), allgemeine Gesundheitswahrnehmung (GH), Vitalität (VT), und psychisches Wohlbefinden (MH). Fürs erste nur in einer Grafik dargestellt, die statistischen Berechnungen erfolgen unter professioneller Anleitung und Kontrolle in der nächsten Zeit.

Ein Ziel der Studie ist es, zu zeigen dass die Teilnahme am Yogaunterricht Schmerzen reduzieren und die Lebensqualität verbessern kann. 

Ein anderes Ziel ist es, durch den Vergleich mit der Kontrollgruppe zu zeigen, dass die Yogatherapie mindestens gleichwertig mit der physiotherapeutischen Behandlung ist und dass PatientInnen, die sowohl Yogatherapie als auch Physiotherapie absolvieren, mehr profitieren als von Physiotherapie alleine.

Das sind ehrgeizige, spannende Ziele und ich freue mich schon darauf, diese Arbeit in den nächsten Monaten fortzusetzen

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Yoga in der Wissenschaft

in diesem Bild kannst du auch einige andere wissenschaftliche Arbeiten über therapeutisches Yoga sehen, die ich zum Vorbereiten der Studie und der Vorträge verwendet habe.. 

Die Fotos stammen übrigens aus einer Präsentation, die ich im Mai 2018 am Europäischen Kongress für Physikalische Medizin und Rehabilitation halten durfte. 

Den Poster konnte ich im November 2018 auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation präsentieren.

Viel Freude auf der Matte wünscht Dir,

Marion

 

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