Yoga für das Herz

Yoga ist Herzensnahrung?

Ja, stimmt, schon das ganz normale Üben auf deiner Matte ohne besonderes Ziel, ohne speziellen Hintergrund tut dem Herzen gut. Diese Wirkung lässt sich durch Auswahl bestimmter Asanas und einiger Ergänzungen noch verstärken und nicht nur auf das Organ Herz sondern auch auf das emotionelle Herz, das spirituelle Herz und das Herzchakra ausweiten.

Das Ornish-Programm

Besondere Gedanken um die Gesundheit unseres Herzens hat sich schon Ende der 1980er Jahre Dr. Dean Ornish gemacht. Er hat erforscht, ob sich die Koronare Herzkrankheit, die Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, wieder rückgängig machen lässt. Dazu hat er ein eigenes Therapieprogramm entwickelt, dessen positive Ergebnisse er 1990 in The Lancet veröffentlicht hat.

Das Ornish Programm besteht aus 6 Teilen, die jeder für sich alleine, aber ganz besonders gemeinsam, die Herzgesundheit fördern.

  • Fettarme, pflanzliche Kost
  • Rauchstop
  • sanftes Ausdauertraining
  • Gruppengespräche mit und ohne psychologische Unterstützung
  • Entspannungstechniken
  • Stressbewältigung
  • sanftes Yoga für das Herz

Gemeinsame Aktivitäten, zwischenmenschlicher Kontakt

Das Ornish- Programm wird in Gruppen durchgeführt. Ein wichtiger Teil ist neben der körperlichen Betätigung und gesunden Ernährung auch die soziale Interaktion der TeilnehmerInnen. Ornish ging davon aus, dass Herzkranke einen für ihre Gesundheit wenig förderlichen Umgang mit ihren Emotionen pflegen und zur Abschottung und Isolation neigen. Sowohl auf der individuellen Ebene im Umgang mit den eigenen Gefühlen als auch im Umgang mit anderen Menschen und einer Art spiritueller Isolation von einer höheren, sinngebenden Kraft. Zusätzlich unterstützt die Gruppendynamik beim Durchhalten der Rauch-Entwöhnung und fördert die Freude an der Bewegung.

Herzgesunde Ernährung

Kurz gefasst ist herzgesunde Ernährung bunt, besteht aus Obst und Gemüse in allen Formen und Farben, Getreide, ergänzt um hochwertiges pflanzliches Eiweiß und Omega3- reiche, hochwertige Fette wie Oliven- oder Leinöl und Fette aus Nüssen und Kernen. Eine Vielzahl an Gewürzen verbessert die Verträglichkeit und den Geschmack der Speisen. Salz und Zucker sollten nur in geringen Mengen verzehrt werden, insbesondere in Lebensmitteln, in denen sie natürlicherweise vorkommen.

Yoga für das Herz

Yoga bietet, wie hier schon mehrfach erwähnt, auch gute Möglichkeiten, die Ausdauer zu trainieren. Da Sonnengrüße und Flows für Herzkranke (Anfänger) aber auch zu fordernd sein können, hat Ornish das Ausdauertraining vom Yoga getrennt und einfachere Bewegungsformen wie Walking oder Fahrrad(ergometer)fahren gewählt. Für fortgeschrittene Yogis und wenn (bei organisch Gesunden) das emotionale Herz oder das Herzchakra im Mittelpunkt stehen, wären Sonnengrüße und herzöffnende Flows aber die erste Wahl.

Herzöffnende Asanas

Sie dehnen und „öffnen“ die Vorderseite des Körpers, insbesondere die Brustregion. Sie verbinden uns mit unseren Emotionen und fördern die tiefe Atmung. Da die meisten herzöffnenden Asanas auch Rückbeugen sind, fördern sie auch die Flexibilität der Wirbelsäule. Gerade auch deshalb sollten sie für Herzpatienten mit Bedacht ausgewählt werden, um Überforderung und eine Überlastung der Wirbelsäule zu vermeiden.

Der Fisch, Matsyasana, ist zum Beispiel eine herzöffnende Übung, die in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen geübt werden kann. Und das auch gleichzeitig, von mehreren SchülerInnen in einer Gruppe. Für die einfache Abwandlung, den passiven Fisch, benötigst du ein kleines Kissen oder eine zusammen gerollte Decke (je größer/dicker desto fordernder für die Wirbelsäule!), die du längs unter die Brustwirbelsäule legen kannst. Der Kopf sollte möglichst entspannt am Boden liegen, eventuell unterstützt durch ein weiteres Kissen. Die Schulterblätter sollten sich zumindest leicht über dem Boden befinden, sodass dann beim aktiven Öffnen des Brustbereiches und zueinander ziehen der Schulterblätter das Dehngefühl im vorderen Brustbereich und im Bauch entsteht. Andere auch in einfachen Formen zu übende Rückbeugen sind zum Beispiel die Kobra (Bhujangasana), oder das Kamel.

Stressbewältigung und Entspannungstechniken

Der Umgang mit Stress ist natürlich auch ein Thema der Gruppensitzungen im Ornish-Programm. Darüber hinaus werden aber auch gezielt Tiefenentspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung oder Phantasiereisen geübt.

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